Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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um zu verhindern, daß es nicht von der Meeres⸗Seite verproviantirt wuͤrde, muͤßte man das ganze Meer bewachen, was aber die heftigen Nordwinde nicht geſtatten wuͤrden.

Die Inſel Kandia iſt ungefaͤhr 1600 Meilen von Marſeille, 600 Meilen von Konſtantinopel, und von Damatta in Aegypten 400 Meilen ent⸗ fernt. Nie war eine Lage ſo guͤnſtig, als die von Kandia, ein großes Reich aufzurichten, wie Ariſtoteles bemerkt hat. Die Inſel liegt in der Mitte des Meeres, in einer ſchicklichen Entfer⸗ nung von Europa, Aſia und Afrika. Die Einwohner, Duͤrken ſowohl, als Griechen, haben von Natur einen ſchoͤnen Wuchs, ſind lebhaft und ſtark. Sie ſchießen ſehr genau mit dem Bogen, und be⸗ dienten ſich in den alten Zeiten auch der Schleudern mit Vortheil; daher ſie in vielen Schlachten der Vor⸗ welt ſich ausgezeichnet haben. Jagd, Tanz, Wett⸗ rennen und Reiten hatten ſie zur großen Vollkommen⸗ beit gebracht. Sie ſind rechtſchaffene Leute; man trifft unter ihnen weder Bettler, noch Beutelſchneider oder Raͤuber an. Die Hausthuͤren werden bloß mit hoͤl⸗ zernen, ſehr ſchwachen Staͤben verſchloſſen. Stiehlt ein Tuͤrke, was aber ſelten geſchieht, ſo wird er, um die Ehre der Nation zu ſchonen, in dem Gefaͤngniſſe erdroſſelt. Man ſteckt ihn dann in einen mit Steinen angefuͤllten Sack und wirft ihn in das Waſſer. Iſt es aber ein Grieche, ſo wird er entweder zu Stock⸗