Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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V. Vom Berge Athos.

Von Lemnos ſegelten wir den 8. Sept. an den h. Berg Athos(Haion Horos) in Mazedonien, auf welchem viele Kloͤſter liegen, woher er ſeine Benen⸗ nung hat. Dieſes Gebirge erſtreckt ſich faſt in gera⸗

der Linie von Mitternacht gegen Mittag, und haͤngt

mit dem feſten Lande durch einen Strich Landes zu⸗

ſammen, welcher vielleicht eine Meile breit iſt. Der ei⸗ gentliche Athos iſt eine ſehr ſteile, felſichte und mit

Fichten beſetzte Anhoͤhe, welche ihren Schatten bis

Lemnos wirft. Zehn Kloͤſter ſind auf der noͤrdlichen, und zehn auf der ſuͤdlichen Seite, meiſtens am Meere;

viele ſind ſehr arm; einige haben ihre Gurr in gro⸗

ber Ferue; die meiſten laſſen durch ihre Prieſter Al⸗ moſen ſammeln. Sie zahlen fuͤr ihre Guͤter an den Boſtangi, welcher ſie gegen alle Angriffe ſchuͤtzt, eine beſtimmte Summe und eine Kopfſteuer fuͤr eine gewiſſe Menſchenzahl. Sie theilen mit andern die gute Ge⸗ ſinnung, daß ſie alle Fremde beherbergen muͤßten; von vermoͤgenderen erbitten ſie ſich ein Almoſen. Weib⸗ liche Weſen ſind in der ganzen Umgebung unſichtbar. Die Moͤnche leben hier, wie zu Sinai, ohne Fleiſch; am Tiſche ſitzen ſie in langen ſchwarzen Maͤnteln, mit Kapuzen bedeckt, waͤhrend einer in neu griechiſcher Sprache vorliest. In jedem Kloſter ſind viele Kapel⸗ len, vielleicht aus beſonderer Andacht zu gewiſſen Hei⸗ ligen geſtiftet; eben ſo finden ſich viele auf den Fel⸗

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