68 Von Selivree zog ſich der uͤbrige Weg nach Adrianopel weſtwaͤrts. In 16 Meilen gelangten
wir am oten nach Chourley, welches angenehm auf einer Anhoͤhe liegt; am 10ten nach Borgas,
dann nach Baba, wo eine große tuͤrkiſche Bruͤcke uͤber
einen kleinen Fluß, eine ſchoͤne Moſchee und alte
vollſtaͤndige Kirche aus Backſteinen zu ſeben iſt. Am z4ten reiſten wir nach Hapſa auf s Meilen von Adrianopel. Dieſes hieß zuerſt Oreſtes, und hat ſeinen jetzigen Namen von den Verbeſſerungen des K. Adrian. Die Stadt liegt theils auf einer An⸗ boͤhe, theils in der Ebene am Fuße deſſelben. Man
findet noch alte Mauern mit Inſchriften unter Bezie⸗
hung auf grischiſche Kaiſer. Die Kramlaͤden ſind gut angelegt und mit Waaren verſehen. Die Herbergen
befinden ſich innerhalb der Ringmauern; aber die mei⸗
ſten Leute wohnen auf der geſunderen und angeneh⸗ meren Hoͤhe und haben Gaͤrten. Außer der Stadt ſind einige Moſcheen, deren groͤßzte mit jeder zu Kon⸗
ſtantinopel wetteifert; in der Stadt ſind zwei ehe⸗ malige Kirchen in Moſcheen verwandelt. In dem
Portiko der einen finden ſich zwei Pfeiler von Verd
Antique.
Dieſe Stadt iſt eine der vier kaiſerlichen Reſtden⸗ zen der Sultane. Das Serail liegt weſtwaͤrts der Stadt und des Fhuſes Meritcheh, auf einer ſcho⸗
nen Flaͤche, bei einer mit Baͤumen beyflanzten Wieſe.
Außer dem nicht gar großen Haupt⸗Gebaͤude ſind viele


