Seutari, vielleicht das alte Cryſopolis, ſteht ſuͤdlich gegenuͤber der Ecke des Serails— noͤrd⸗ lich zu Tophana und Funduecli, liegt ſehr ſchoͤn an den Seiten der Huͤgel, und iſt noch dicker mit Baͤumen beſetzt als Konſtantinopel. Auf dem Thurme hat man eine entzuͤckende Ausſicht uͤber die allſeitigen Umgebungen. Sie iſt der Sitz des perſiſchen Geſandten, und der Vereinigungspunkt aller Reiſen⸗ den aus Morgenland, und mag 4 Meilen im Umfange haben. Die kleine Moſchee daſelbſt iſt ſehr geſchmack⸗ voll gebaut und herrlich verziert.
Jede Seite des thraziſchen Kanales(Bosphorus) iſt mit 20 Flecken beſetzt; auf der aſiatiſchen Seite draͤngen ſich die Huͤgel gegen das Meer vor, darum
ſind ſie hier kleiner, waͤhrend ſie auf der europaͤiſchen
eine zuſammenhaͤngende Stadt zu ſeyn ſcheinen, wel⸗ che ſich nach dem euxiniſchen Meere bis an den Flecken Boyukderre ausdehnt, woſelbſt einige Ge⸗ ſandte Landhaͤuſer haben. Auf beiden Seiten ſind viele Serails und Sommerhaͤuſer des tuͤrkiſchen Kai⸗ ſers, von Vezieren und andern Großen erbaut, welche jener im Falle der Ungnade einzieht. Die Flecken laͤngſt des angenehmen Kanals und die daruͤber gele⸗ genen und mit Holz bewachſenen Huͤgel machen die Ausſicht ſehr reitzend.
Man glaubt, der thraziſche Kanal ſey zwiſchen dem rumeliſchen und aſiatiſchen Kaſtele(Hiſſari) am engſten, folglich konnte die Bruͤcke des Darius fuͤr


