5⁴6
vorhergeht, und deſſen umfang der Majeſtaͤt des Ge⸗ baͤudes gleich kommt. Er iſt ebenfalls mit zwei Reihen von Saͤulen geſchmuͤckt, die ſich uͤber 5o Fuß erheben, und an der Baſis 18 Fuß im Umkreiſe meſſen. Ihre Kapitaͤler haben die Geſtalt einer Vaſe, uͤber welcher ein viereckiger Stein angebracht iſt, der wahrſcheinlich zu einem Fußgeſtelle fuͤr Statuen diente. Zwei verſtuͤmmelte
Koloſſe von ungeheurer Groͤße ſchließen dieſe Saͤulen⸗
Reihen. Iſt man hier angelangt, ſo mißt das erſtaunte Auge den außerordentlichen Umfang des Tempels, der eine außerordentliche Hoͤhe hat. Die aus Marmor er⸗ bauten Mauern ſcheinen unverwuͤſtlich zu ſeyn. Das Dach, in der Mitte mehr als an den niedern Seiten erhaben, iſt von achtzehn Saͤulen⸗Reihen unterſtuͤtzt. Diejenigen, welche den hoͤchſten Theil tragen, haben 30 Fuß im Umfange, und gegen 8o Fuß Hoͤhe; die uͤbrigen ſind um ein Drittheil kleiner. In der ganzen Welt iſt kein Gebaͤude, das einen impoſanteren Cha⸗ rakter haͤtte, und deſſen Majeſtaͤt einen lebhaftern Eindruck macht. Es ſcheint den erhabenen Ideen gleich zu ſeyn, welche die Aegypter von dem hoͤchſten Weſen hatten, und man kann nicht hinein treten, ohne von Ehrfurcht durchdrungen zu ſeyn. Alle Waͤnde in⸗ und auswendig ſind mit Hieroglyphen und ſeltſa⸗ men Figuren beladen. Man hat auf der Nordſeite Schlachten mit Pferden und Wagen vorgeſtellt, wovon einer durch Hirſche gezogen iſt. Auf der ſuͤdlichen Mauer unterſcheidet man zwei mit einem Thronhimmel


