222
ſchlechts⸗Namen eben ſo ungewoͤhnlich, als bei den Tuͤrken.
Bei dem gemeinen Volke muß der Braͤutigam die Braut von ihrem Vater kaufen. Bei den Leichen⸗Be⸗ gaͤngniſſen werden viele außerordentliche Gebraͤuche beobachtet. Den Vornehmen bezeigen die geringen Leute eine große Ehrfurcht; ſie fallen vor ihnen nie⸗ der und geben ihnen den Titel Gospodar. Die Weiber legen beide Haͤnde kreuzweiſe auf die Bruſt und neigen ſich tief mit dem Kopfe. Alle Illyrier ha⸗ ben noch den alten Kalender. 3
Das Chriſtenthum wurde ſchon bei ſeinem Ent⸗ ſtehen in dieſen Laͤndern verbreitet, litt aber großen Nachtheil durch den Einfall der Tuͤrken im XV. Jahr⸗ hunderte.
Zwei Religionen theilen jetzt Slavonien und Syrmien, naͤmlich die griechiſche und roͤmi⸗ ſche. Der Zahl nach ſind die Mitglieder beider Kir⸗ chen in Slavonien und Syrmien beinahe ein⸗ ander gleich.
Aus alten Urkunden erhellt, daß die Dempel⸗ herren in Slavonien ſehr maͤchtig geweſen ſeyen, und die beſten Landguͤter beſeſſen haben. Nach ihrem Erloͤſchen im XIV. Jahrhundert fielen dieſe Guͤter dem Landesherrn heim. Die Jeſuiten traten in die Fuß⸗ ſtapfen der Tempelherren, hatten aber zuletzt gleiches Schickſal. Jetzt ſinden ſich nur noch Franziskaner, in 15 ſchoͤn gebauten Kloͤſtern, in großer Anzahl.


