Kenntniß der Gewohnheiten und Gebraͤuche des Lan⸗ des. Als Peter der Große 1110 der Pforte den Krieg ankuͤndigte, wurde Demetrius von dieſer zum Fuͤrſten der Moldau ernannt, und noch mit 20 Beuteln beſchenkt, ſtatt daß ſeine Vorgaͤnger bedeu⸗ tende Geſchenke machen mußten. Kaum war er aber in der Hauptſtadt Jaſſy angekommen, ſo erhielt er nicht nur Befehl zur Errichtung einer Bruͤcke uͤber die Donau fuͤr das tuͤrkiſche Heer, ſondern auch zur Zah⸗ lung der gewoͤhnlichen Gebuͤhren fuͤr ſein Fuͤrſtenthum an den Weſſir. Durch letzteren Befehl wurde er ſo aufgebracht, daß er ſich zur Rache an dem Weſſir, und zur Befreiung ſeines Landes vom tuͤrkiſchen Joche entſchloß. Er durchreiſte alle Theile derſelben zur ge⸗ nauen Kenntniß der oͤrtlichen und perſoͤnlichen Ver
haͤltniſſe ſowohl, als der Stimmung der Einwohner,
wie ich hier das Reſultat ſeiner Beobachtungen in ge⸗
draͤngter Kuͤrze mittheile. Bald verglich er ſich mit dem griechiſchen Arzte Polikala, welcher vom K. Peter dem Großen an ihn geſchickt war, uͤber die Bedingungen zur Uebergabe ſeines Fuͤrſtenthumes an dieſen. Deſſen ungeachtet bemuͤhte er ſich den Bau der Bruͤcke zu vollenden, um jeden Verdacht ſeiner Verbindung mit Rußland zu beſeitigen. Der Zar traf ſpaͤter ein, als die Tuͤrken ſchon uͤber die Donau ge⸗ zogen waren, und mußte aus Mangel an Lebensmit⸗ teln einen ſehr nachtheiligen Frieden ſchließen, ohne daß er den Fuͤrſten Kantemir auslieferte. Dieſer,


