141
Die Tuͤrken rauchen aus einem Pfeifenkopfe von Thon, den ſie auf den Boden legen; daran ſteckt ein ellenlanges Schilfrohr, deſſen Ende ſie im Munde halten. Dadurch wird der Dampf kuͤhl und weniger widerwaͤrtig. Den Tabak ſelbſt traͤgen ſie in kleinen Saͤcken, am Guͤrtel mit ſich.
Die Reinlichkeit der Tuͤrken gefiel mir ſehr wohl. So oft mein Fuͤhrer zu einer Quelle kam, ſtieg er ab und wuſch ſich. Alle Morgen putzte er ſich Kopf und Bart gar fleißig; nach jeder Mahlzeit nehmen ſie einen Krug Waſſer, und waſchen ſich an abgelege⸗ nen Orten. 4
Die Chriſten ſind haͤufiger auf dem Lande, als in großen Staͤdten, wo die Kriegsmacht der Tuͤrken iſt. Sie ſind alle der griechiſchen Sekte zugethan, und tragen das Loos ihrer Dienſtbarkeit mit großer Ge⸗ duld. Es ſchien mir, daß ſie lieber der Tuͤrken Sklaven ſeyn wollen, als andern Potentaten, be⸗ ſonders die der lateiniſchen Kirche zugehoͤren, gehor⸗ chen. Dieſe wuͤrden ſich auch wenig auf ihre Mit⸗ huͤlfe verlaſſen duͤrfen, wenn ſie es unternehmen wollten, die europaͤiſchen Landſchaften wieder von tuͤrkiſcher Herrſchaft zu befreien. Dagegen ſind die Tuͤrken beſtaͤndig bedacht, die Graͤnzen ibres Rei⸗ ches zu vergroͤßern; daher ganz Europa nicht ſicher ſeyn duͤrfte, von ihrer Macht uͤberwaͤltiget zu werden.


