Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

137

ſein Gewehr los. Darauf zogen ſich dieſe Reiter wieder zuruͤck.

Auf allen Straßen ſind offeutliche Karavanſeras; allein ſie ſind als Herberge fuͤr Reiſende weder be⸗ quem, noch ſicher: denn ringsum wimmelt es oft von Raͤubern, die ſich ſelbſt durch die haͤrteſten Strafen nicht von ihrem Erwerbe abtreiben laſſen. Deßwegen ſitzen bei ſolchen, beſonders gefaͤhrlichen Orten, manch⸗ mal alte Maͤnner, welche eine Trommel ruͤhren, was bedeuten ſoll, daß es hier vor Raͤubern ſicher ſey.

Deſſen ungeachtet iſt es in den ebenen Gegen den dieſer Laͤnder luſtig zu reiſen, wegen der Schnellig⸗ keit der Pferde. Ihrer werden vier oder ſechs vor ei⸗ nen Wagen geſpannt; ſie laufen dann in einem Fut⸗ ter oft vierzig Stunden weit. Nur ziehen die Fuͤhrer ſie von Zeit zu Zeit wacker an den Haaren, indem ſie glauben, daß dadurch die Thiere wieder erfriſcht wer⸗ den. Man nennt dieſes die kroatiſche Fuͤtterung. Ihre Aecker hingegen beſtellen ſie mehr mit Ochſen, und zwar haͤufig mit Buͤffeln, ſelten mit Pferden.

Nicht allein die Raͤuber, auch die Woͤlfe und Hunde ſind dem Reiſenden gefaͤhrlich. Die erſtern bauſen in großer Menge, beſonders in den Gebirgen von Servien und in andern großen Waldungen. Sie erſcheinen oft zu Hunderten an der Landſtraße, daß man ſich ihrer nur mit Muͤhe erwehren kann. Die Hunde hingegen lagern ſich in den Staͤdten und in allen Haͤuſern; ſie fallen jeden Fremden an, weßwegen

8