Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

56

begraben liege, und daß bei deſſen Grabe die Tarta⸗ ren und einige Perſer, wenn ſie uͤber die See fahren wollen, ein Schaf ſchlachten und theils opfern, theils ſelbſt verzehren; den Kopf aber ſtecken ſie unter ver⸗ ſchiedenen Gebeten und Ceremonien auf eine lange Stange, der ſo lange bleibt, bis wieder ein anderes Opfer verrichtet wird.

XIII. In der Gegend ſahen wir auch viele See⸗ hunde, Loͤffel⸗ und Kropfgaͤuſe.— Ohne beſondere Abenteuer erreichten wir am 1. November die Stadt Terki, die aber eine Meile weit vom Strande liegt. Ringsum, ſo weit das Auge reicht, iſt ebenes Land; die Stadt iſt mit hoͤlzernen Thuͤrmen und Bollwerken umgeben, mit 2000 Mann und vielen metallenen Stuͤcken wohl beſetzt. Der Prinz Muſal hatte hier ſeiner Mutter Haus und einen Staat von 500 Mann. Er lud uns ein, ihn zu beſuchen. Auch ſeine Mutter ſchickte zu uns; wir konnten nicht anders, als dieſer freundlichen Einladung zu folgen. Wir wurden gut empfangen, und mit Obſt, Branntwein ꝛc. wohl be⸗ wirthet. Wir waren in einem großen, aus Lehm ge⸗ bauten Saale, an deſſen Waͤnden Betten ſtanden, mit Seiden⸗Decken belegt. Ueber denſelben hingen zwei Reihen bunt gemalte, hoͤlzerne und irdene Schuͤſ⸗

————

ſeln. Die Saͤulen im Hauſe waren mit ſchoͤnen Saͤ⸗

beln, Bogen und Pfeilen uͤberhangen.

Die alte Fuͤrſtin war eine lange, anſehnliche Ma⸗

trone, ungefaͤhr 50 Jahre alt, Namens Bika. Sie