Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Die Perſer luden uns eines Tages zu Gaſt. Wir fanden zu unſerer Bequemlichkeit Pferde am Strande, auf welchen wir zu einer guten Herberge kamen. Man fuͤhrte uns in ein weites Gemach, welches mit ſchoͤ⸗ nen Teppichen ringsum behangen war. Wider die Gewohnheit der Perſer waren fuͤr uns Sitze mit ſchoͤ⸗ nen Ueberzuͤgen angebracht. Die Tafel war mit Kon⸗ fekt und feinen Weinen wohl beſetzt. Auch war ein Theil des Daches abgehoben, und uͤber derſelben Oeff⸗ nung ließ ſich eine tartariſche Muſik luſtig hoͤren. Sie hatten unter andern Pauken aus Toͤpferlehm, auf wel⸗ chen ſie allerlei Toͤne hervor brachten, oft mit zierlicher Geſchwindigkeit. Nach zwei Stunden wurde das Kon⸗ fekt weggenommen und die Tafel mit Speiſen beſetzt. Alle Schuͤſſeln waren gefuͤllt mit aufgelaufenem Reiß von allerlei Farben, mit gebratenen Huͤhnern, Enten, Rind⸗ und Schaffleiſch, wie mit Fiſchen. Alles war recht ſchmackhaft zubereitet. Die Perſer bedienen ſich keines Meſſers an dem Tiſche. Sie lehrten uns, wie wir das Fleiſch mit den Haͤnden zertheilen, und auf ihre Art eſſen ſollten; gemeiniglich iſt es aber ſchon in der Kuͤche in bequeme Stuͤcke zertheilt worden. Den Reiß, den ſie ſtatt des Brodes eſſen, nahmen ſie mit den vorderſten Fingern, bisweilen mit der ganzen Hand aus der Schuͤſſel, legten ein Stuͤckchen Fleiſch darauf und brachten es ſo in den Mund. Ein Vorle⸗ ger brachte zuvor die Speiſen mittels einer kleinen ſil⸗ bernen Schaufel auf kleinere Schuͤſſeln, in welche ſich