Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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,1 Zweites Buch.

I. Wir ritten auf des Großfuͤrſten Pferden drei Werſte weit, zum Kloſter Simana, wo wir uns auf den Moska⸗Fluß ſetzten, und, ohne die Nacht anzuhalten, den folgenden Tag, nach dem Aufgange der Sonne, einen Edelhof erreichten, der ſchon 16 teutſche Meilen von Moskau lag. Mehrere Staͤdte, Kloͤſter und Doͤrfer flogen gleichſam vor unſern Augen voruͤber, ohne daß uns viel Merkwuͤrdiges begegnet waͤre. Nur ſahen wir hin und wieder Leichname auf den Wellen des Fluſſes. Dieſe waren wahrſcheinlich Ungluͤckliche, welche von den raͤuberiſchen Koſaken er⸗ ſchlagen worden find. Die Eingebornen, an manchen ſolchen Anblick ſchon gewoͤhnt, waren ganz gleich⸗ guͤltig dabei.

Am 7. Juli erreichten wir das Staͤdtchen Caſſi⸗ nogorod, welches ehemals zum tartariſchen Fuͤr⸗ ſtenthum Caſſinow gehoͤrte. Hier wohnte in einem alten, ſteinernen Gebaͤude, welches ehemals ein Schloß war, ein junger, tartariſcher Prinz, Res⸗Kidſi ge⸗ nannt, der ſich vor einigen Jahren dem Großfuͤrſten unterworfen hatte. Man ſagt, dem jungen Herrn ſey vorgeſchlagen worden, zur chriſtlichen Religion uͤberzutreten, dann wollte ihm der Grobßfuͤrſt ſeine Tochter zur Ehe geben. Er gab aber zur Antwort, daß er ſich jetzt, in ſeinem zwoͤlften Jahre, voch nicht zentſchließen koͤnne, einen ſo wichtigen Schritt zu