Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſchon viele Schiffbruch gelitten haben. Am andern Tage erhob ſich eine kalte, heftige Nordluft, welche bei vielen der Unſrigen die Seekrankheit befoͤrderte. Dieſe erfolgt von der ungewohnten Bewegung der Eingeweide, und man hat beobachtet, daß kleine Kin⸗ der, welche noch des Wiegens gewohnt ſind, von ſol⸗ cher Krankheit nicht befallen werden. Der erwaͤhnte Wind war uͤbrigens unſerm Zuge zweckdienlich, und führte uns noch in ſelbiger Nacht fuͤnfzehn Meilen weit.

Dees anderen Tages aber trat eine ſolche Wind⸗ ſtille ein, daß wir auf der Stelle, wo wir waren, lie⸗ gen bleiben mußten. Zum Zeitvertreibe ließen wir Saitenſpiel und andere Muſik ertoͤnen; als aber zu Mittag wieder guter Wind aus Suͤden kam, gelang⸗ ten wir bald an die Landſpitze Domesnes in Chur⸗ land, und legten uns daſelbſt vor Auker. Den 14. November kamen wir vor die Schanze Duna⸗ munde(an den Mund des Duna⸗Stromes), zwei Meilen von Riga, bei welcher Stadt wir noch an demſelben Abende, unter Fuͤhrung eines, zu Duna⸗ munde eingenommenen Steuermannes, gluͤcklich an⸗ gekommen ſind.

III. Zu Riga mußten wir fuͤnf Wochen liegen bleiben, bis Froſt und Schnee in der ſumpfigen Um⸗ gegend gute Bahn zur Schlittenfahrt gemacht hatte. Wir wollten nach Dorpat, und ſchickten(den 14. Dezember) unſer Gepaͤck auf 34 Schlitten voraus.