92 Der Charakter der Mongulen, die man auch am Dalai und nahe bei dem Kluſſe Szelinga trifft, iſt von Natur ſehr ſanft und friedlich. Entſteht auch dann und wann ein Streit unter ihnen, ſo legt ihn der Cutuſta, der Vikar des Dalai⸗Lama, oder des Lamalamalow, des Oberprieſters der Mon⸗ gulen, oder ein anderer Richter leicht wieder bei.
Der Reichthum der Mongulen beſteht groͤſten⸗ theils in ihrem Viehe, und in ihrem Handel mit den Moskoviten. Das Land iſt waſſerreich und ſehr fruchtbar. Es koͤnnten alle Sorten Fruͤchte daſelbſt ge⸗ deihen. Alle Baͤche und Fluͤſfe des Landes fließen in den Szelinga. 3
Mit den Bogdohi's ſind die Mongulen nicht gute Freunde; doch koͤnnen ſie denſelben ohne Feuer⸗ gewehre keinen empfindlichen und ſiegreichen Schlag beibringen. 1
Der ganze Landſtrich zwiſchen der Mongulei und Aſtrachan gehoͤrt dem Volke der K almuͤken, welche in eine Menge Chanate vertheilt ſind. Der maͤchtigſte dieſer Chanate iſt Otchiurtikan, der ſei⸗ nen Urſprung von dem beruͤchtigten Tamerlan ab⸗ leitet.
Die Kalmuͤken haben keine feſten Wohn plaͤtze; ſie leben unter Zelten von Filz gemacht, welche ſehr nett und bequem ſind. Es gibt nicht leicht ein Volk, das ſchneller ſein Lager auf⸗ und abſchlaͤgt. Sie ſind ſtets im Wandern begriffen und Goͤtzendiener, wie


