20
und ruͤhmt ſogar Chriſtus und deſſen Mutter Maria. Aber er glaubt, daß ſein Mahomed uͤber Chriſtus, und dieſer kein Gott ſei; das Evangelium habe laͤngſt ausgedient, und ſei vorzuͤglich darin ſchwer zu halten, daß man Gott aus ganzem Herzen lieben, und wegen ſeiner Alles verlaſſen ſoll. Deswegen habe Gott ein leichteres neues Geſetz gegeben; der Mangel der unnoͤ⸗ thigen Wunder werde durch das Schwert erſetzt, wie durch den paͤpſtlichen Bann.
Was der Kaiſer fuͤr die Seinigen wider die Tuͤx⸗ ken thun kann, das ſoll er leiſten aus Pflicht und Gotltes Gebote. Er ſoll bedenken, wie grauſam der Lurke mit den Gefangenen verfaͤhrt; er laͤßt ſie wie das Vieh ſchleifen, ſchleppen, treiben, und wer nicht fortwandern kann, wird erſtochen, er mag alt oder zung ſeyn— eine Erfahrung, welche ſich bis auf die neueſte Zeit beſtaͤtigt hat. Deßwegen ſollten alle Fuͤr⸗ ten jeder Privat⸗Nuͤckſicht entſagen, und mit Ein⸗ tracht den gemeinſchaftlichen Feind bekaämpfen. Sie follten ihn nicht fuͤr ſo gering halten, daß ſie nur mit 20— 30 000 Mann ihm entgegen kaͤmen. Will man ihn nicht mit Nachdruck bekaͤmpfen, ſo iſt beſſer, den Streit gar nicht zu beginnen, und ihm bald ohne Blutvergießung das Land einzuraͤumen, welches er doch gewinnen wuͤrde. Denn wider den Tuͤrken Krieg fuͤhren, iſt eiwas ganz anders, als gegen einen ande⸗ ten Monarchen. Er hat Volk genug, welches taͤg⸗ lich geruͤſtet iſt; er kann ſchnell 3— 400,000 gufſtellen;


