Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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iſt; ſo laͤßt er eine Bekanntmachung ergehen, daß es drei Tage lang jedermann erlaubt ſeyn ſolle, nach Ge⸗ fallen Wein zu trinken. Man ſieht ſie bisweilen be⸗ trunken und dann findet der Koͤnig ſein großes Ver⸗ gnuͤgen daran, in den Straßen der Stadt herum zu gehen, und ſie zu ſehen. Allein wer berauſcht gefun⸗ den wird, wenn dieſe drei Tage voruͤber ſind, der ver⸗ liert ſeinen Kopf. Allen Chriſten iſt erlaubt, Wein zu trinken, und allen Dienern des Koͤnigs.

Das Land liefert alle Gattungen von Fruͤchten, beſonders viel Waitzen ſo, daß das Brod ſehr wohl⸗ feil iſt, und die Lebensmittel in ſehr billigem Preiße ſtehen. Ihr Hauptnahrungsmittel iſt Reis, welcher auf verſchiedene Art zubereitet wird. Der Koͤnig geht heimlich auf ihre Maͤrkte, um zu ſehen, welche Ord⸗ nung gehalten wird. Denn zwei Jahre, ehe wir in das Land kamen, war der Koͤnig auf dem Markt zu Ispahan geweſen, und hatte ſich mit einem Bur⸗ ſchen in das Geſpraͤch eingelaſſen, welcher Milch ver⸗ kaufte. Er fragte ihn, wie ſich der Gouverneur*) ſeines Ortes benehme.„Nun“ ſagte der Burſche, der etwas vorlaut war,„wenn ich an ſeiner Stelle waͤre, ſo wuͤrde ich dem Koͤnig alle Woche ein Dutzend Koͤpfe von Spitzbuben bringen, welche das Land be⸗ ſtehlen. Wir duͤrfen uns kaum einen Steinwurf von

*) Ortsvorſtand, Schulze.