143
ten, da dieſes Laſter von den Perſern ſtreug beſtraft wird, wovon ich ein merkwuͤrdiges Beiſpiel fah. Waͤhrend meines Aufenthaltes in dieſem Lande, war daſelbſt ein vornehmer Edelmann, Namens Peer Calliberg, ein Verwandter des Koͤnigs, welcher ei⸗ nen von des Koͤnigs Pagen zu dieſer Schaͤndlichkeit bereden wollte, und ihm ein großes Geſchenk dafuͤr bot; allein der Knabe benachrichtigte den Koͤnig da⸗ von, welcher, als er es vernahm, den Edelmann in ſeiner Wuth ſogleich holen⸗ und ihm von dem Knaben mit ſeinem eigenen Schwerte den Kopf abhauen ließ. Wenn ferner die Tuͤrken die Nachkommen Maho⸗ meds in hohen Ehren halten, ſo iſt bei den Perſern gerade das Gegentheil der Fall. Denn man ſieht alle Tage in jeder perſiſchen Stadt einen Mann mit einer Axt auf der Schulter durch die Straße ziehen, und mit lauter Stimme ausrufen:„daß, wenn Jemand Mahomeds Nachkommen fuͤr beſſer halte, als andere Menſchen, oder wenn einer ſage, daß er von ihm ab⸗ ſtamme, er augenblicklich ſeinen Kopf verlieren ſolle. Ich ſelbſt ſah einen Tuͤrken zu Ispahan auf den Kerl zukommen, und ihm betheuern, daß er von Mahomeds Geſchlechte ſei, und in dieſer Meinung ſterben wolle. So knieete er nieder, und legte ſeinen Kopf auf einen Block, den er ihm auch ſogleich abhieb. Sie glauben an Gott den Vater den Mortus Ali, und halten Mahomed fuͤr einen großen Pro⸗ pheten. Sie haben Kirchen und ſehr ſchoͤne Kirchhoͤfe,


