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Lariſſa gehen; erfuhren aber, daß der Schnee ſo hoch liege, daß man unmoͤglich dahin kom men koͤnne. Wirklich mußte ein Fuhrwerk, welches mit Seifen nach Zeython beladen war, wieder umkehren, und wartete ſchon 8 Tage auf das Schmelzen des Schnees. Wir aͤnderten daher unſern fruͤher gefaßten Reiſeplan. Ich beſchloß, auf dem lepantiſchen Meerbuſen mich einzuſchiffen, und nach Venedig zu gehen, womit aber mein Reiſe⸗Gefaͤhrte nicht uͤbereinſtimm⸗ te, den Fruͤhling erwartete, und dann zu Land nach Hauſe reiſte. Ich mußte meine Reiſe daher allein antreten.
Ich und mein Reiſegefaͤhrte, Dr. Wehler hat⸗ ten laͤngere Zeit mit einander zuſammengelebt, und das Angenehme wie Widrige der Reiſe gemeinſchaft⸗ lich empfunden; wir hatten uns wie Bruͤder an ein⸗ ander gewoͤhnt, unſere Trennung ging daher nicht ohne Herzlichkeit und Ruͤhrung vor ſich. Nachdem ich mich von ihm losgeriſſen, und ihn gutem Gluͤcke empfoh⸗ len hatte, ſuchte ich das Ufer des Golfs von Le⸗ vanto zu erreichen; wo ich bald in dem Dorfe Di⸗ ſtomo anlangte, und erfuhr, daß in dem Hafen Aſproſpitia eine Barque liege, die noch dieſen Abend nach Venedig abſegle. Ich verſaͤumte keine Zeit, eine gute Gelegenheit zu benutzen, verſah mich in der Eile mit dem zur Fahrt nothwendigen Weine, und traf noch das Schiff vor Anker liegen, welches ich etwas ſpaͤt Abends beſtieg, dabei aber das Ungluͤck


