Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Stadt beſaßen mehtere Private K Kunſtſammlungen, wel⸗ che ich durch die Gefaͤlligkeit derſelben beſuchte. Ich ſah Edelſteine in welche von Steinſchneidern herrliche Geſtal⸗ ten aufs wunderbarlichſte eingeaͤtzt zu ſeyn ſchienen. So ſah ich eine Faſtnachts⸗Mummerei in einen ſchoͤnen, ovalen, s Zoll großen Eliotrop, ein Kleinod, das nicht zu bezahlen iſt; dann einen vortrefflich geſchnittenen Carniol von der Groͤße eines Nagels, auf dem ſich 15 Vorſtellungen, und gegen 3s Figuren von Inſtrumen⸗ ten, Gefaͤten und anderen Sachen befinden; endlich Solons Haupt auf einem Amethiſt, welchen der kuͤnſtlichſte Steinſchneider, den Augsburg jemals be⸗ ſoldete, mit dem Namen Dioſevrides gegraben bat. Auch fand ich in einer ſolchen Privat⸗Kunſt⸗ Sammlung zwei Handſchriften, welche von alten Ju⸗ ſchriften bandelten, aus denen ich uͤber 30o noch nie gedruckte abſchrieb. Dieſes hielt mich gegen meinen Vorſatz lange zu Air auf; jedoch war der laͤngere Auf⸗ enthalt fuͤr mich gluͤcklicher, als ich haͤtte erwarten koͤnnen. Er war naͤmlich die Urſache, daß ich nicht zur beſtimmten Zeit zu Marſeille eintraf, und daher nicht gleiches Schickſal mit Vaillant haben konnte. Dieſer war, ohne mich zu erwarten, auf einer Baraue von Livorno abgeſegelt, und wurde nebſt einer Jacht voll Franzoſen, welche, um die Eroͤffnungs⸗Feier⸗ lichkeiten des Jubeljahrs zu ſehen, nach Rom gehen wollten, eine Beute Algieriſcher Seeraͤuber. Nachdem ich in Marſeille angekommen war,