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durch Tanz und Geſang erfreut. Bei einer ſolchen
üppigen und muͤßigen Lebensart koͤnnen unmoͤglich gute Sitten emporkommen. Fremde werden von den Weibern unterhalten, und ſelbſt Maͤdchen von 10 Jah⸗ ren werden ſchon Muͤtter. Sie haben einen großen Hang zum Diebſtahl, und eine Fertigkeit hierin wird zur Ehre gerechnet. Ein Prieſter ſtahl einmal einem fremden Kaufmanne ſein Meſſer in der Kirche. Die⸗ ſer aber verehrte dem Prieſter, damit er nicht etwa glaube, er habe es nicht bemerkt, auch die Scheide, damit er naͤmlich das Meſſer in die Scheide ſtecken könne. In der Kirche zeigen ſie keine ſonderliche Andacht: nur dem h. Georg erweiſen ſie große Ver⸗ ehrung. Weil es bei den Morgenlaͤndiſchen Fürſten Sitte iſt, nicht ohne Geſchenke zu ihnen zu kommen, ſo brachte Dadianus dem Sultan einen flachen Teller aus Karfunkel zum Geſchenke, welcher einen ſolchen Glanz von ſich gegeben haben ſoll, daß 200 Perſonen ſowohl Tag und Nacht haͤtten dabei reiſen konnen, nebſt dem brachte er noch 20 weiße Falken mit.
Uebrigens gehe ich wenig aus meiner Wohnung, ſondern erhole mich zu Hauſe am Ballſpiele und am Bogenſchießen, worin die Tuͤrken eine ausgezeichnete Fertigkeit beſitzen; denn ſie treiben dieſe Zerſtreuung von Jugend an, und uͤben ſie bis in ihr ſpaͤtes Alter. Auf den Schießſtätten, deren man mehre in verſchie⸗ denen Straßen Konſtantinopels antrifft, ver⸗


