Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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und wir uns vergeblich bemuͤht hatten, den Frieden zu vermitteln, ſuchten dieſe bei dem Sultan um die Erlaubniß abzureiſen nach, und brachten es endlich mit großer Mühe dahin, daß ſie dieſelbe erhielten. Jetzt entſtand noch die Frage, ob wir Alle abreiſen ſollten, oder ob einer da bliebe. Nach der Meinung meiner Kollegen ſollte einer von uns da bleiben, weil es von großem Nutzen für Eure Majeſtaͤt waͤre. Selbſt Ruſtan, der Groß⸗Vezier, gab mir heimlich zu verſtehen, daß mein Dableiben ihm erwünſcht ſei, weil unſere Abreiſe als Zeichen des Krieges an⸗ geſehen wuͤrde.

Tags darauf wurde der Divan zuſammen geru⸗ fen, wo ich, nach der Ueberreichung eines Memorial's, in mein Dableiben einwilligte, jedoch mit dem Be⸗ merken, daß ich es ohne den Willen meines Kaiſers thäte. Am Ende Auguſt's 1557 reiſten meine Kolle⸗ gen aus Konſtantinopel. Zur Winterszeit begab ſich der Sultan nach Adrianopel, theils um durch ſeine Naͤhe die Ungarn in Schrecken zu ſetzen, theils um ſich am Vogelfange zu ergötzen. Weil ſich hier mehre Flüße vereinigen, ſo entſtehen in der Naͤhe viele Seen und Sümpfe, in welchen ſich in großer Anzahl wilde Gaͤnſe, Enten, Reiher, Pygargen(eine Art Adler, mit weißen Schwaͤnzen) Kraniche und Buſſen(eine Art von Habichten) aufhalten. Bei der Jagd dieſer Thiere bedienen ſie ſich abgerichteter Fal⸗ ken, welche ihren Raub bis an die Wolken verfolgen.