Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

70

Elima der Inſel iſt mild. Dieſes und ihre Fluͤſſe ma⸗ chen aber auch die Inſel zu einem Garten voll Oliven⸗, Granaten⸗ Feigen⸗Baͤume und Palmen. Von deu Granaten wird ein Cyder bereitet, und nach Kon⸗ ſtantinopel an die Tuͤrken verkauft. Ein La⸗ byrinth gab es in Creta nicht, wie Belon berichtet. Man bezeichnete mit dieſem Worte nur die großen Steinbruͤche, aus welchen die Mauern der jetzt in Rui⸗ nen liegenden, einſt ſo beruͤhmten Hauptſtadt der In⸗ ſel, Gnoſſus, und dann noch, die eben auch nur in Truͤmmern vorhandenen Staͤdte Cortina und Me⸗ taria gebaut worden.. Sich nun zunaͤchſt mit den Naturproducten der Inſel beſchaͤftigend, Pflanzen, Fiſche, Voͤgel und Thiere betrachtend, knuͤpft Belon an die Erwaͤhnung des Daectylus Idaͤus, eines Steines, die Beſchrei⸗ bung des Berges Ida oder Philoriti, die auch hier mit kurzen Worten ſtehen mag.

Der Gipfel des Berges Ida hat die Form eines Pinien⸗Apfels, und ragt ſehr hoch uͤber die andern Berge der Inſel hervor. Nach unten iſt ſein Umfang ſo groß, daß er von zwei Seiten an das Meer ſtoͤßt. Der Madara iſt wohl im Umfang groͤßer; doch bei weitem nicht ſo hoch. Etwas unterhalb ſeines Gi⸗ pfels ſind Weiden fuͤr Ziegen, Widder, u. ſ. w. Stellt man ſich auf den Gipfel, ſo kann man faſt die ganze Inſel Creta uͤberblicken, auch die be⸗ nachbarten Inſeln Milo, Cerigo oder Cythe⸗