64
Verfaſſer war Arzt, und beſaß bei vielem Scharfſinne, bei einem treffenden Urtheile und einer großen Beobach⸗ tungsgabe einen hohen Grad von gelehrter Bildung.
Beſondern Hang hatte er zur Naturgeſchichte, die er
meiſtens aus den Werken der Alten lieb gewonnen hatte. Dieſen Hang zu befriedigen, in Ort und Stelle das Geleſene, das Gelernte zu beobachten, vor⸗ zuͤglich entſchloß er ſich, zu einer Reiſe in die oben
angegebenen Laͤnder. Seinen Entſchluß zur That zu
foͤrdern, war das Werk ſeines Maͤcens, des Kardinals
de Tournon, der ein geſchworner Feind aller Unwiſ⸗
ſenheit und Halbgelehrtheit war, und in deſſen Hauſe
(in der Abtey von Saint⸗Germain zu Paris), ſpaͤ⸗ ter Belon auch die gemachten Beobachtungen nie⸗ derzuſchreiben, Muße fand.—
Als Belon ſeine Reiſen machte, war er noch
nicht 36 Jahre alt; und dennoch hat er auf jeder Seite ſeines 442 Quartfeiten ſtarken Werkes bewieſen, wie ſehr er zum Reiſenden geeignet war, mehr als mancher andere Mann, der ſchon fuͤnfzig Jahre lang Kenntniſſe aller Art geſammelt hatte. Denn er hat nicht bloß Naturgeſchichtliches hemerkt; er beybachtete
auch noch vieles andere, was fuͤr jeden Gebildeten
ſein Intereſſe ſo gut hat, wie fuͤr jeden andern Ge⸗ lehrten. 4
Die Beobachtungen, welche B elon machte, hat er nach einer nicht ungefaͤlligen Methode zu ſchreiben⸗


