Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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30 Ueber ihre Verfaſſung verbreitete ſich vorzuͤglich Meur⸗ ſius. Sie hatten a) Staͤnde, welche nach Buͤrgern, Zuͤnften und Fremden abgetheilt waren, b) Ver⸗ ſammlungen, c) Gerichtshoͤfe, d) Magiſtrate, e) Staats⸗Beamten,) und oͤffentliche Sprecher, wel⸗ che entweder gegen mangelhafte Geſetze auftraten, oder die Angelegenheiten der Republik vertheidigten. Die Athener beherrſchten die uͤbrigen Griechen ſchon durch ihr ſanftes und zuvor kommendes Benehmen, durch ihren gebildeten Geſchmack in allen Gegenſtaͤn⸗ den, und durch ihre allſeitigen Kenntniſſe. Deßwe⸗ gen war ihre Stadt der angenehmſte Auſenthalt, wo die ausgezeichnetſten Perſonen ſich verſammelten. Sie 1 waren lebhaft, und faßten alles leicht auf; aber ſie waren auch hoͤchſt leichtſinnig. Faſt moͤchte man glau⸗ ben, daß ſie durch dieſen Fehler in der oͤffentlichen Meinung eben ſo viel verloren, als ſie durch ihre großen Talente und Kenntniſſe gewonnen hatten. Die Reinheit ihrer Sprache, welche noch durch ihre Redner ſehr vervollkommnet wurde, ihr feiner Ge⸗ ſchmack, und ihr geweckter und hervor ſtechender Geiſt ſpricht ſich noch in den Geiſteswerken aus, welche wir bewundern. Daher kommt das Sprichwort:es iſt voll attiſchen Salzes. Allein ihr Hang zu Feſten, Schauſpielen und Vergnuͤgen eutfernte ſie zu ſehr von ernſtlichen und nuͤtzlechen Geſchaͤften, als daß fie nicht endlich dadurch haͤtten zu Grunde gehen, und ganz Griechenland in den Strudel ziehen ſollen.