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um ſo bereitwilliger, weil er, der arabiſchen Sprache kundig, fuͤr einen Tuͤrken gelten konnte. Sie traten ein. Ihre Waffen, ihr militaͤriſcher, hoͤchſt eleganter Anzug machte, daß man ſie fuͤr Janitſcharen⸗Offtziere bielt. Die Buͤrger von Semenound erhoben ſich, und raͤumten ihnen einen Ehrenplatz an. Sie waren auf Eſtraden umher gruppirt. Savary und Aſſa⸗ lame ließen ſich auf einen erhabenen Sopha nieder. Der Gaſtwirth bot ihn Moka dar, und zuͤndete ihre Pfeifen an. Sogleich huͤpfte eine Taͤnzerin, welche die Geſellſchaft unterhielt, zu ihnen heran. Sie nahm, der Landesſitte zufolge, die wohlluͤſtigſten Stellungen, die unzuͤchtigſten Haltungen an. Das Tamburin und die Cymbel lenkten ihre Schritte. Je unſittlicher ihrs Geberden, je ſprechender ihre Bewegungen wurden:; deſto mehr erhoͤhte ſich der Beifall, und deſto wenigen
ſchonte ſie ſich. Als der Tanz beendigt war, ſetzte ſie
ſich zu ihnen, und ſang einige Moals zum Lobe der Muſelmaͤnner, und nachher ſehr heitere Lieder. Die⸗ ſes Freudenmaͤdchen nannte ſich Bedaoui. Sio war ſechszehn Jahr alt, und zum malen ſchoͤn. Ihr leichtes, duͤnnes Seidengewand zeigte alle reizenden Formen ihres Koͤrpers. Ihre rabenſchwarzen, wohl⸗ duftenden Haare wallten bis auf die Ferſe. Ein mit Grazie aufgeſchlagener Schleier deckte ihre Schultern. Ihre ſchwarzen Augen, ihre minder braune Geſichts⸗ farbe, ihr kleiner Mund, ihr ſuͤßes Laͤcheln machte ſie zu einem Gegenſtande der Entzuͤckung. Sie kam


