498
men von einem ganz marmornen Tempel. Die Mauern
hatten gegen die Grundlage zehn Fuß in der Dicke, und beſtanden aus rothgefleckten Granit, welchen man in den Steinbruͤchen von Sienne ſindet. Die Saͤu⸗ len hatten vier Fuß im Durchmeſſer. Das Haupt der Iſis diente zu Kapitaͤlern. Bei dieſen Truͤmmern trifft man Stuͤcke koſtbaren Marmors, Ueberreſte der Statuen, welche dieſes herrliche Gebaͤude ſchmuͤckten. Der groͤßte Theil der Steine iſt mit Hieroglyphen bedeckt. Man unterſcheidet Maͤnner mit Spitzkappen, junge Maͤdchen, Voͤgel und verſchiedene Thiere. Die Stellungen ſind vortrefflich, und nirgends iſt der Ge⸗ ſchmack der Aegypter ſo gelaͤutert, und die Skulptur ſo vollkommen. Dieſe ſchoͤnen Ruinen ſind der Bar⸗ barei der Tuͤrken Preis gegeben, welche alle Tage Marmorbloͤcke wegſchleppen, oder die Saͤulen durchſaͤ⸗ gen, um Muͤhlſteine aus ihnen zu machen. Wahr⸗ ſcheinlich iſt Danvilles Vermuthung gegruͤndet, daß dieſes Gebaͤude ſich in der Stadt der Iſis be⸗ fand, welche Plinius und Stephan von Bo⸗ tanz gegen das untere Delta verſetzen. 4 Bei dem Eintritte der Nacht kam Savary von ſeinen Streifereien nach Semenno ud zuruͤck. Ma⸗ bamed Aſſalame, welcher ein behagliches Ruhe⸗ plaͤtzchen und eine gute Pfeife Tabak uͤber alle Be⸗ trachtung bewundernswerther Denkmaler ſchaͤtzte, lud ihn ein, in ein Kaffeehaus zu gehen, wo er Muſik boͤrte. Savary nahm ſein Anerbieten an, und zwar


