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fert auch andern Kanaͤlen Waſſer. Einer von ihnen, der ſich in den See von Boulos ergießt, laͤuft bei Danta voruͤber, wo jaͤhrlich eine anſehnliche Meſſe gehalten wird. Die Einwohner von Ober⸗ und Nie⸗ der⸗Aegypten vereinigen ſich daſelbſt in großer An⸗ zahl. Sie dauert acht Tage, und man tauſcht hier gegen die Landes⸗Produkte indiſche Stoffe, Moka⸗ Kaffee und franzoͤſiſche Tuͤcher ein. Nicht nur Ge⸗ winnſucht, auch das Vergnuͤgen lockt die Aegyptier an dieſen Platz. Oft bedecken zehn tauſend Schiffe den Kanal. Alle ſind reichlich mit Mund⸗Vorrath verſehen. Man ſchmauſet, macht Muſik, und uͤber⸗ laͤßt ſich der Freude. Eine faſt eben ſo große Anzahl von Gezelten ſind am Ufer errichtet. Die beruͤchtig⸗ ſten Freudenmaͤdchen von Aegypten fehlen gleichfalls nicht. Man fuͤhrt ſie in die Schiffe, wo ſie ihre Ta⸗ lente fuͤr Tanz, Geſang und Liebeshaͤndel klaͤnzen laſſen. Nachts zuͤndet man an jedem Maſte mehrere glaͤſerne Lampen an, deren Schimmer in das Unendliche ver⸗ vielfaͤltigt, in dem Waſſerſpiegel unzaͤhlige Sterne bil⸗ det. Dieſe wunderbare Beleuchtung in der Ausdehnung einer Meile macht auf dem Gruͤne und im Kryſtall der Silberflaͤche eine zauberiſche Wirkung. Dieſe Meſſen, Ueberbleibſel der alten Pilgerfahrten der Aegyptier nach Canopus, Sais und Bubaſtus ſind nicht ſelten in Aegypten und immer ſehr beſucht.
Unterhalb Atrib ſind die Doͤrfer ſo enge beiſam⸗ men, daß die Ufer des Nils nur eine lange, bloß von


