Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Gize iſt von unermeßlichen Ebenen umgeben, wo Gemuͤſe, Getraid, Flachs im Ueberfluſſe wachſen. Man bauet auch hier den Scharram, welchen die Provenzalen Safran nennen. Die Aegypter, denen es an Holz fehlt, brauchen den Stengel der Pflanze, um Feuer damit zu machen. Aus dem Saamen zie⸗ hen ſie ein ſuͤßes Oel(Zeit oder Zeit helou), welches aber wegen des ſchlechten Geſchmackes nur von dem gemeinen Volke genoſſen, von den Reichen hingegen bloß bei Beleuchtungen, die in Aegypten ſo haͤufig ſind, angewendet wird. In der Stadt befindet ſich auch eine Manufaktur von Ammoniakſalz. Die zu Groß⸗Kairo wohnhaften franzoͤſiſchen Handels⸗ leute beſitzen hier ein Landhaus mit einem kleinen Garten, welcher mit Orangen, Zitronen und Dattel⸗ baͤumen bepflanzt iſt, und am Nil⸗ufer liegt.

XXI. Memphis behauptete ſeinen Ruhm meh⸗ rere Jahrhunderte. Obgleich durch die Barbarei ei⸗ nes Cambyſes entſtellt, behielt ſie doch ſo viele leberreſte ihrer Pracht, daß ſie noch die erſte Stadt in der Welt war. Ueber zweihundert Jahre lang be⸗ muͤhte ſie ſich, das gehaͤßige Joch der Perſer abzu⸗

ſchuͤtteln. Durch die Erbauung von Alexandrien,

wohin aller Reichthum des Handels floß, ward Mem⸗ phis von Tag zu Tag mehr entvoͤlkert, und ſeine Einwohner gingen endlich in die neue Hauptſtadt uͤber. Unter K. Auguſtus war ſie noch eine große, bevoͤlkete und mit Fremden angefuͤllte Stadt, aber