Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Die Kinder, welche der türkiſche Kaiſer alle vier Jahre von den Chriſten aus Griechenland, Albanien, aus der Wallachei, Servien, Bosnien und vielen andern Orten, die er ſeiner Herrſchaft unter⸗ worfen hat, zum Tribut nimmt, werden Azamoglan genannt. An Orten, wo dieſe Seelen⸗Steuer erlaſſen iſt, werden ſchwere Abgaben im Gelde erpreßt. We⸗ gen Mangel deſſelben müͤſſen die Unterdrückten dann oft ihre Lieblinge der erbaͤrmlichſten Dienſtbarkeit opfern. Sie werden beſchnitten, und im Glauben Muhameds erzogen. Im kaiſerlichen Schloße werden die wohlgeſtalteſten von Verſchnittenen im Reiten, Fechten u. ſ. w. unterrichtet; auch zu den Kriegsdienſten auf alle Weiſe abgehaͤrtet. Die ge⸗ ſchicktern werden ſodann den Janitſcharen, und an⸗ dern Befehlshabern uͤbergeben, und gelangen, wenn ſie ſich wohl verhalten, manchmal ſelbſt zu großen Stellen. Diejenigen aber, welchen es an Geſchicklich⸗ keit fehlt, werden zu Küͤchen⸗ Haus⸗ und Garten⸗ Arbeiten angehalten, und müſſen oft die ſchmutzig⸗ ſten Dienſte leiſten. Indeſſen ſind alle mit grobem, blauen Tuche bekleidet, und genießen einen taͤglichen Sold. Ueber ſie iſt ein kaiſerlicher Aga geſetzt. Die Adelichen aus den Azamoglans gehen auf ihre Art reinlich gekleidet, und pflegen häufig der Muſik, ſelbſt auf den Straßen. Sie bedienen ſich einer Art von Tambouretten, wozu fie mit lauter Stimme ſingen, was nicht ſonderlich lautet.