Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

die köſtlichſten Fruͤchte, romantiſche Auen, Wieſen und Haine, von rieſelnden Baͤchen, und dem liebli⸗ chen Fluße Simois bewaͤſſert, ergötzen abwechſelnd das Auge. Dieſer kommt aus dem Ida⸗Gebirge, und faͤllt, mit dem Scamander, zunachſt bei dem Schloße, in das Meer. Auf jeder Ecke der Feſtung ſteht ein runder Thurm; im außerſten Hof aber, faſt in der Mitte, ein viereckigter, hoher, ſehr ſtarker. Dieſer iſt oben ganz flach, und man kann von dort das ganze Schloß mit dem Geſchütze beſtreichen. Fer⸗ ner iſt es mit Graͤben, Bruſtwehren ꝛc. auf das Beſte verſehen. Vor demſelben, am nahen Geſtade des Meeres, iſt der gewoͤhnliche Landungs⸗Platz. Vor dem Thore iſt der Markt, auf dem eine ſchöne, tuͤr⸗ kiſche Kirche ſteht.

Als wir uns den Dardanellen, und dieſem Schloße genaͤhert hatten, ſchrien die der Beſatzung mit heller, gellender Stimme heraus:„Wir ſollten landen!“

Unſere Anker wurden alſo zunaͤchſt am Schloße ausgeworfen; allein die große Galeere, als ſie dieß eben auch zu thun im Begriffe war, wurde ploͤtzlich von der Fluth ergriffen. Dieſe iſt allda ſehr ſchnell, und ſtark; der erfahrendſte Schiffer kann ihrer oft nicht Meiſter werden. Von ihr wurde alſo auch un⸗ ſer Hauptſchiff mit ſo großem Ungeſtuͤmme auf eine Sandbank geworfen, daß es einen weiten Spalt bekam. Dadurch kamen wir in große Gefahr, be⸗ ſonders da auch unſer Steuer⸗Ruder zerbrach. Wir