Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

165

lelbſt nach Tripoli zu gehen, und den Sinas Ba⸗ ſcha aufzuſuchen. Der Großmeiſter aber befahl, daß eine Fregatte ausgerüſtet werde, welche uns den ge⸗ raden Weg dahin zeigen ſollte. 3

Wir blieben hierauf noch zwei Tage zu Malta, und ich benuͤtzte dieſe Muſe, um die Eigenheiten der Inſel zu erforſchen.

XVI. Sie wurde vor Alters Melita genannt, liegt im Mittellaͤndiſchen Meere, zwiſchen Sizilien und Tripoli, iſt von Oſt gegen Weſt 22 Meilen lang, 11 breit, und im Umfang bei 60 Meilen groß. Sie liegt ſehr niedrig, iſt ganz felſig, und hat fünf ſchöne, große Haͤfen. Nahe an der Einfahrt iſt die Feſtung, worin der Großmeiſter reſidirt, mit ſtarken Baſteien, vortrefflichem Geſchütze: und andern guten Einrichtungen. Sie liegt gleichfalls auf einem Felſen, welcher auf drei Seiten vom Meere umſpielt wird. Auf der vierten Seite iſt ſie von der Stadt durch einen großen tiefen Graben geſondert. Dieſe iſt ſchön gebaut und ſehr volkreich. Ein jedes Haus darin hat ſeine Eiſterne; denn ſie haben ſonſt kein Trink⸗ waſſer auf der Infel. Man findet viele ſchoͤne Kir⸗ chen, ſowohl der griechiſchen als lateiniſchen Confef⸗ ſion. Auf dem Marktplatze ſteht eine hohe ſteinerne Saͤule, woran die Uebelthaͤter geſtraft werden. 3

Man ſieht zu Malta viele Ordens⸗Ritter, und Kaufleute aus allen Nationen; beſonders aber giebt es viele Beiſchlaͤferinnen, die ſich vor Moren und