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Erdbodens, welcher allezeit von dem Nil uͤberſchwemmt wird. In ihrem Umfange aber betraͤgt ſie eine daͤniſche Meile. Obgleich dieſe Ebeue ein aueinander haͤngen⸗ der Felſen⸗Grund iſt, ſo iſt er doch faſt uͤber und uͤber mit leichtem fluͤchtigen Sande bedeckt, welchen der Wind von den hohen daran ſtoßenden Gebirgen wehet.
Das einzige dieſer Denkmale, in welches man biß jetzt hat idringen koͤnnen, iſt unter dem Namen der Pyramide des Ch eops bekannt, weil es, wenn man dem Herodot glauben darf, zum Begraͤbniſſe dieſes Koͤniges, der 850 Jahr vor Chriſti Geburt lebte, be⸗ ſtimmt wurde. Die Deffuung, durch welche mau in das Innere dringt, befindet ſich auf der noͤrdlichen Seite, auf einer Hoͤhe von 60 Fuß.
Norden beſuchte nun dieſe Pyramide und be⸗ ſchreibt ſie auf folgende Art. Am Eingange angelangt, jagt man einige Piſtolenſchuͤſſe hinein, um die Fleder⸗ maͤuſe zu verjagen. Dann bis auf das Hemd entklei⸗ det, weil es in den Pyramiden immer unert raͤglich heiß zu ſeyn pflegt, trat Norden vorwaͤpts. Dieſe Oeffnung fuͤhrt zu verſchiedenen Gaͤngen, welche, ob ſie gleich auf⸗ und niederwaͤrts, und zwar horizontal, fortgehen, ſich doch alle gegen Suͤd lenken, und end⸗ lich zu 2 Zimmern fuͤhren deren eines unten, das an⸗ dere aber in der Mitte der Pyramide iſt. Mit einem Wachslicht in der Hand muß man in den Gang tre⸗ ten, die Fackeln aber nicht eher auſtecken, bis mau in die Zimmer kommt, weil ztt befuͤrchten ſteht, daß ſie


