Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

355

dem jetzigen Baſcha von Aegypten, Mehmed Ali,

die Beys niederzudruͤcken, und die Mamel ucken aus

dem Lande groͤßtentheils zu ve erdraͤngen, oder auch zu vertilgen, wozn er ſchlechte Mittel gebrauchte.

Durch die Selaverei Thiere herabgeſunken, ſind die Aegyotier feige, habſuͤchtig und aberglaͤubiſch. Sie wenden alle Mittel an, um Geld zu gewinnen, allein die Furcht, von den Mamelucken und Tuͤrken

beraubt zu werden, macht, daß ſelbſt die Reichſten den Schein der Armuth annehmen. Die Kuͤnſte, die

nur unter der Freiheit gedeihen, ſind ihnen unbe⸗ kannt. a wird nicht leicht ein fruchtbareres Land, und ein elenderes Volk antreffen. Die Haͤuſer ſind von Koth, oder Bruchſtuͤcken anderer Ge ebäude gebaut; eine Strohmatte und 2 3 irdene fe ſind das gunze Hausgeraͤthe. Unaufhoͤrlich beraubt und gemiß⸗ handelt, dulden die Aegypter die peinlichſte und un⸗ gerechteſte Behandlung mit einer auffallenden Gleich⸗ guͤltigkeit: gelaſſen beruhigen ſie ſich mit den Worten: Allah Kerim!(wie Gott will).

Der Mamelucken Erziehung beſchraͤnkt ſich darauf, den Koran auswendig zu wiſſen, die wichtigſten mor⸗ genlaͤndiſchen Sprachen zu ſprechen und treffliche Rei⸗ ter zu ſeyn. Sie ſind Selaven von allen Nationen, namentlich aus Georgien und Circaſſien, wel⸗

che die Bey's erkauften, deren Truppen ſie bilden, und von denen ſelbß die meiſten einſt Mamelucken waren. Sie unterſcheiden ſich durch ihr blondes Haar