Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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Norden die Todtengewoͤlbe oder ſogenannten Kata⸗ eomben; fand aber nichts mehr als einen laugen un⸗ terirdiſchen Gang, wo gar nichts zu ſehen und zu be⸗ merken war. 4

Bei dem Kanal, auch der Kanal der Kleo⸗ batra genaunt, welcher jaͤhrlich friſches Waſſer aus dem Nil nach Alexandrien bringt, aber recht. ſchlecht gehalten war, traf unſer Reiſende ein Bedui⸗ uen⸗Lager.

Die Beduinen(Bedewi, Bedami, Bewohner der Wuͤſte) ſchwaͤrmen als Nomaden herum. Raub iſt ihr Hang, aber auch paart ſich Grauſamkeit dazu. Doch halten ſie die Rechte der Gaſtfr undſchaft fuͤr heilig, und der wehrloſe Feind iſt ihres Schutzes gewiß, wenn ihm einmal Zuflucht geſtattet war.

Sie ſind ſchlank, von mittlerer Groͤße, nervig, grob von Knochen, ſehr braun von Farbe, braunroth, faſt ſchwarzbraun. Ihre Zuͤge ſind regelmaͤßig, ſtark; ihre Augen liegen tief, ſind aber groß, hell, ſchwarz und lebhaft, ohne heiter zu ſeyn. Das Haupthaar laſſen viele wachſen, und zwanglos herabhaͤngen, au⸗ dere ſcheeren den Kopf bis auf eine ſtarke Locke auf dem Wirbel. Der Bart uͤber der Lippe wird geſcho⸗ ten, der Bart am Unterkinn aber mit Sorgfalt ge⸗ pflegt, mit großer Ehrfurcht bewahrt, im Ge ſpraͤche oft ſelbſtgefaͤlig geſtreichelt, beim Gruße ſogar gekuͤßt. Was aber von Haupt⸗ und Barthaaren zu ſehen iſt, wird mit einer glaͤnzend rothen Farbe angenrichen.