miral ſehr herab geſetzt war. So ſehr der Koͤnig und
die Koͤnigen dieſem gewogen waren; ſo mußte doch ihre Vorliebe durch ſo viele nachtheilige Zeugniſſe ge⸗
ſchmaͤlert werden. Die reine Wahrheit zu erfahren,
ſendeten ſie einen Bevollmaͤchtigten mit einem einfa⸗ chen Beglaubigungsſchreiben dahin, allein ungluͤckli⸗ cher Weiſe machten ſie einen großen Mißgriff in der Wahl der Perſon.
Sie ſetzten naͤmlich ihr unbegraͤnztes Vertrauen auf einen der Haushofmeiſter der Koͤnigin, Johann
von Aguado, ein erbaͤrmlicher Hofſehtang welcher
wegen dieſer hoͤchſt unerwarteten Auszeichnung vor Stolz faſt den Verſtand verlor. Er reiſte im April ab, und traf zu Iſabella am Ende Oktobers 1495 ein, in welcher Zeit der Admiral eben beſchaͤftigt war, einige Unruhen in dem Bezirke Maguana zu daͤmpfen. Dem ihn vertletenden Bruder Bartho⸗ lomaͤ begegnete Agugdo mit groͤßtem Hochmuthe, machte Drohungen, und uͤberſchritt weit die Graͤnzen ſeiner Vollmacht, waͤhrend er vorgab, nur die Be⸗ ſchwerden gegen die Regierung zu vernehmen. Er reiſte dann dem Admiral entgegen und verbreitete un⸗
terwegs das Geruͤcht, der Zweck ſeiner Auweſenheit
ſei, die Bruͤder Kolomb zu verurtheilen, und ſie von der Kolonie zu entfernen. Seine Leute erlaubten ſich, ihn fuͤr den neuen Admiral auszupoſaunen, wel⸗ cher den alten umbringen ſollre. Dieſes Geruͤcht wurde ſo allſeitig verbreitett, daß die unterjochten


