145
empfangen, und in den Palaſt begleitet wurde. Der Koͤnig empfing ihn ſehr wohlwollend, ließ ihn nieder⸗ ſetzen und das Haupt bedecken, und hoͤrte auch der Erzaͤhlung von der Reiſe mit Aufmerkſamkeit zu. Dann wuͤnſchte er ihm Gluͤck zu dem erworbenen Ruhme, fuͤgte aber bei, daß die neu entdeckten Laͤnder nach den zwiſchen Spanien und Portugal beſtehenden Vertraͤgen nur ihm gehoͤren koͤnnten. Ko lomb er⸗ wiederte, er wiſſe nichts von dieſen Vertraͤgen; deſſen ungeachtet habe er ſich abſichtlich in weiter Entfer⸗ nung von Guinea und den portugieſtſchen Bergwer⸗ ken gehalten. Der Koͤnig antwortete ſcherzend:„Ich bin verſichert, daß wir zur Entſcheidung dieſer Ange⸗ legenheit keines Dritten noͤthig haben.“ Dieſe Auf⸗ wartung Kolom b's endigte ſich mit aller Hochach⸗ tung, welche ſelbſt der Neid nicht unterdruͤcken kann. Denn in ganz Portugal hatte man bereits den großen Fehler eingeſehen, daß man deſſen fruͤheres Anerbie⸗ ten zu Entdeckungen abgelehnt hatte. Der Koͤnig be⸗ fahl hierauf den Vornehmiſten ſeines Hofes, den Ad⸗ miral nach Stand und Wuͤrde zu beherbergen und zu bewirthen. Er ſprach noch zwei Mal mit ihm, und ließ ihn durch Don Martin de Nyronna nach Liſſabon begleiten. Kolomb wartete zu Villa⸗Franca auch der Koͤnigin auf, und wurde von ihr mit der groͤßten Auszeichnung empfangen. Bei ſeiner Ankunft in der Hauptſtadt wurde ihm die Freiheit zugeſtan⸗ den, zu Land zuruͤck zu kehren; in welchem Falle er Gtes B. Indien. I. 2. 2


