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ſo ſprach ihm Kolomb Muth zu, und verſprach, durch dieſe Waffen ihn gegen ſeine Feinde, die Ka⸗ raiben auf deu benachbarten Inſeln, zu ſchuͤtzen, von deren ſteter Beunruhigung derſelbe bereits geſprochen hatte. Zur Ueberzeugung ließ er eine Kugel auf das geſtrandete Schiff abfeuern; ſie durchbohrte dieſes, und fiel in das Waſſer. Dadurch wurde Guacana⸗ gari in den Wahn verſetzt, die Fremden ſeien Kin⸗ der des Donners.
In dieſer Stimmung bewilligte er ihnen ſehr gerne die Erbauung einer Schanze, welche in 10 Tagen aus den Truͤmmern des geſcheiterten Schiffes verfertigt, mit Kanonen beſetzt, und Natividad genannt ward, weil man an dieſem Tage in den Hafen eingelaufen war. Zugleich wurde auch ein ziemlich tiefer Gra⸗ ben herum ausgehoben, wodurch die nackten und ein⸗ geſchuͤchterten Einwohner bei dem Anblicke der Kano⸗ nen um ſo mehr in Ehrfurcht gehalten wurden. Waͤh⸗ rend der Arbeiten begab ſich der Admiral taͤglich an das Land, bei welcher Gelegenheit Guacanagari ihm beſondere Ehren erweiſen ließ. Einmal nahm ihn deſſen Bruder bei der Hand, und fuͤhrte ihn in ein ſchoͤnes Haus, wohin er ſelbſt bald kam, und wo er ihm ein Goldblech um den Hals hing. Ein anderes Mal machten fuͤnf dem Koͤnige unterworfene Kaziken, mit goldenen Kronen auf ihren Haͤuptern, dem Koͤ⸗ nige die Aufwartung; als der Admiral landete, ſo


