Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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welches Thiemo herſeellen ſollte. Dieſer verlaugte einen Hammer, welcher ihm gereicht wurde; er vet⸗ reitete ſich dann uͤber die irrige Glaubenslehre der Sarazenen und uͤber die Vorzuͤge des chriſtlichen Glau⸗ bens. Da der Sultan letztere nicht anerkennen woll⸗ te, vielmehr ſchimpfte, ſo ſchlug Thiemo das Bild⸗ niß Mahomed's in Stuͤcken. Daruͤber wuͤrden die umſtehenden Sarazenen ſo aufgebracht, daß ſie ihn auch ſogleich in Stuͤcke zerreißen wollten. Doch der Sultan hielt ſie davon ab, ließ ihn in Ketten legen, und in einen finſtern Kerker werfen. Des andern Tages ließ er ihn entkleiden, auf einen Eſel binden, aus der Stadt auf das ebene Land fuͤhren, und unterdeſſen ſtets durch Ruthen ſchlagen, welche in ſo ver⸗ giftetes Oel eingetaucht waren, daß Haut und Fleiſch ſchnell verzehrt wurden. Zugleich ließ er alle uͤbrigen Chri⸗ ſten⸗Selaven als Zuſchauer dahin rufen, wie ihr Verehrter zu Tode gemartert werde. Er ſelbſt er⸗ ſchien, und hielt ihm die gotteslaͤſteriſche Handlung vor, fur welche er geſtraft werden ſollte. Mit Muth ſuchte Thiemo ſich zu rechtfertigen, aber vergebens. Der Sultan ließ ihm Anfangs die Finger, dann die Haͤnde, endlich die Arme abhauen. Waͤhrend die Chri⸗ ſten heulten, und Stroͤme von Thraͤnen uͤber die Mar⸗ ter ihres Erzbiſchofes vergoßen, und dieſer ſchon aus⸗ zuhauchen ſchien, faßte er ſich noch, Muth zur Aus⸗ dauer ſeinen Mitchriſten einzufloͤßen, und die ewige Seligkeit fuͤr die vergaͤnglichen Leiden auf dieſer Erde