Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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noch zweifelten, ob ein ſolches Land wirklich beſtehe. Aus dieſer Ungewißheit wurden die Jeſuiten zu Lo⸗ hor erſt 1598 durch einen Brief ihres Ordens⸗Ge⸗ noſſen, Hieronimus Ravier, geriſſen, welchen ein alter mohamedaniſcher Kaufmann mitbrachte, der als Geſandter des Koͤnigs von Kaſgar 13 Jahre zu Khanbalu geweſen war. Dieſer erzaͤhlte, die Ka⸗ thayer ſeien ſchoͤne und beſſer geſtaltete Menſchen, als die Tuͤrken; ſie ſeien Chriſten, weil ſie Tempel mit geſchnitzten Bildniſſen und Gemaͤlden haͤtten. Sie ſeien eifrige Anbeter der Erueifixe, verehrten hoch ihre Prieſter, und beſcheukten ſie reich; ſie haͤtten Kloͤſter, Altaͤre, Lampen, Prozeſſionen und chriſtliche Zeremo⸗ nien. Unter ihnen bofaͤnden ſich viele Juden und Mo⸗ hamedaner, und Letztere hegten ſogar die Hoffnung, den chriſtlichen Koͤnig fuͤr ihre Religion zu gewinnen. Der portugieſiſche Viſitator, Nieolaus Pi⸗ menta zu Goa, wurde auf dieſe Nachricht von ſei⸗ nem Amtseifer ſo ergriffen, daß er ſogleich beſchloß⸗

uen, daß China das bis dahin bekannte Ka⸗ thay ſei. Er ſtarb aber ſchon an der Graͤnze zu Sochew den 18. Maͤrz 1607, und zwar, wie die Jeſuiten vorgaben, durch Vergiftung der Sarazenen. Sein Leben iſt beſchrieben von Trigault im V. Buche der chriſtlichen Un⸗ ternehmung bei den Sineſen. Das hier Ange⸗ zeigte beſtaͤtigt Llegambe bibl. scriptor. Soc. Jesu. Ed. II. Romae. 1076. Fol. 109.