214
war verſchieden nach dem Range und Anſehen, wel⸗ ches jeder damit Gezierte behauptete. Auf jedem Taͤfelchen ſtanden die Worte:„Durch die Staͤrke „und Gewalt des großen Gottes, und durch den „Frieden, welchen er unſerem Reiche verliehen hat, „ſei der Name unſeres Chaus geſegnet; alle iene, „welche ihm nicht gehorchen, muͤſſen ſterben und ver⸗ „tilgt werden.“ Alle Befehlshaber erhielten zu ihren Taͤfelchen noch beſondere Urkunden, worin ihre Pflich⸗ ten und Rechte oder Freiheiten beſchrieben waren. Heerfuͤhrer von 100,000 Mann empfingen noch Son⸗ neuſchirme von laͤnglicht viereckiger Geſtalt, welche ſie bei jeder Ausfahrt auf den Kaͤpfen trugen; auch faßen ſie auf ſilbernen Stuͤhlen in ihren zweiraͤderi⸗ gen offenen Wagen; ihre Taͤfelchen waren mit dem Bilde der Sonne und des Mondes verſehen, und wogen so Unzen Gold. Die Hofrichter oder Frei⸗ herren fuͤhrten einen Greif auf dem Taͤfelchen, und durften zu ihrer Bedeckung die Soldaten jedes Fuͤr⸗ ſten und die Pferde jedes Unterthanen von geringerer Muͤrde verlangen.
Hupilai⸗han hatte 4 rechtmaͤßige Gemahlinuen; die aͤlteſte derſelben war die Kronerbin. Eine jede hatte den Titel der Kaiſerin, ihren eigenen Hof und Haushalt, und wurde von 300 Damen und Maͤgden, nebſt vielen verſchnittenen Maͤnnern bedient; die Zahl der ganzen Dienerſchaft einer Jeden bis auf den ge⸗ ringſten Stallburſchen ſoll auf 10,000 geſtiegen ſeyn.
—


