12
Laͤnder⸗ und Voͤlkerkunde aus den Berichten der Miſ⸗ ſionaͤre und durch eigene Reiſen zu berichtigen und zu vervollſtaͤndigen. Mit Dank erkennt die Nachwelt die Verdienſte Bonifazens, Alfred's, Aimon's, Dithmar's, Adam's und anderer, welchen die maͤrchenhaften Reiſeberichte unwiſſender Fremdlinge oder kecker Betruͤger, welche nach Rom und Jeruſalem faſt zu gleicher Zeit wanderten, ſehr weit nachſtehen. Das Streben der Geiſtlichkeit, die bereits erworbenen Guͤter zu erhalten, und neue Geſchenke mit denſelben ſo zu verbinden, daß ſie gegen alle Anſpruͤche geſichert ſeyn moͤgen, gab Veranlaſſung zur Abfaſſung foͤrm⸗ licher Grundbuͤcher uͤber alle freieigene und lehen⸗ bare Beſitzungen, der Boden mochte ſchon bebaut ſeyn oder nicht. Aus den einzelnen Beſchreibungen der wie Pilze ſich vermehrenden Kloͤſter bildete ſich allmaͤhlig eine Topographie ohne hoͤheren Auftrag, in deren Beſitze die Handſchriften alter Geographen um ſo leichter unbenutzt bleiben mußten, als zu⸗ gleich die Legenden, Dom⸗ und Kloſter⸗Geſchichten und neueren Geſchichten des Vaterlandes Beſchaͤf⸗ tigung genng dargeboten haben, bis die Krenzzuͤge die Kenntniß und Vervielfaͤltigung alter Geographien durch Abſchriften vom Ende des eilften Jahrhunderts an ganz unentbehrlich machten. Bei dieſem Suchen auf den kloͤſterlichen Bibliotheken nach alten Quellen der allgemeinen Erd⸗Voͤlker⸗ und Himmelskunde wur⸗ den die Geiſtlichen zugleich unwillkuͤhrlich mit jenen
——
—ÿ ÿ———


