—
5
Geſtalt, hohem Wuchs und geiſtreicher Bil⸗
dung, welcher die Uniform der Artillerie traͤgt
und ſeinen Platz zunaͤchſt bey Roſalien genom⸗ men hat. Als er ſich der Gefeyerten mit ſeiner Gabe naͤherte, haben wir bemerkt, daß ſie ihre Blicke ſittſam zur Erde ſenkte, waͤhrend ein leiſes Roth den Glanz ihrer Stirn faͤrbte, und nur langſam erſt die blauen Augen unter den langen Wimpern zu ihm emporhob. Den
Strauß, den er ihr reichte, ſchien ſie leiſe zwi⸗
ſchen ihren Fingern zu druͤcken, ehe ſie ihn zu den andern in ihr Koͤrbchen legte, wobey ihr nicht unbemerkt geblieben war, daß ein ſchma⸗ ler Streifen Seidenpapier zwiſchen den Blumen ruhte. Auch hat ſie kaum Platz genommen, als ſie unter dem Vorwande, etwas vergeſſen zu haben, zum Saale hinausſchluͤpft, und nach⸗
dem ſie unbemerkt die niedlichen Verſe geleſen,
die das Blaͤttchen bedecken, ſehen wir ſie mit einer Miene zuruͤckkehren, auf welcher der Sonnenſchein eines begluͤckten Herzens ſtrahlt.
Jetzt erinnert ſich der Graf eines Briefes, den ihm La Sery— dieſes iſt der Nahme des jungen Officiers— kurz vor Roſaliens Erſchei⸗


