441 Vergebens laͤßt auf kuͤhles Grab Dein Zweig die Bluͤthe fallen; Vergebens toͤnt von dir herab Das Lied der Nachtigallen; Sie ſchlummern fort. Du aber ſchlaͤgſt In modervolle Gruͤfte Die Wurzel, ſchmuͤckeſt dich, und traͤgſt Empor die Bluͤthenduͤfte.
Auf Erden ſieht man immer ſo Den Tod ans Leben graͤnzen. Doch ewig kannſt du, ſtolz und froh, Die Aeſte nicht bekraͤnzen; Es trocknet ſchon der Jugend Saft In dir; Verweſung winket, Bis endlich deine letzte Kraft Dahin auf Graͤber ſinket.
Wenn aber dein Gefluͤſter auch Verſtummt an dieſen Huͤgeln, So bringet neuen Fruͤhlingshauch Der Weſt auf Roſenfluͤgeln. Damit die Felder wieder bluͤhn, Umwallt er Berg' und Gruͤnde; Will deinen Sproͤßling auferziehn, Und kroͤnt die junge Linde.


