Teil eines Werkes 
1. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſelligen Bildung ſich eigen machte, die ihm ſpaͤ⸗ ter bey der Leitung und Erziehung ſeiner eige⸗ nen Soͤhne ſo wohl zu ſtatten kam. War er gleich in den Schulen der ſogenannten ſcholaſti⸗ ſchen Philoſophie erzogen, ſo ſchwur er dennoch nicht auf die Lehrſaͤtze ſeiner Meiſter, ſondern erhielt ſeinen Geiſt frey und unabhaͤngig. Als endlich Chriſtian Thomaſius, der ſcharfſin⸗ nige Leibnitz und der folgerechte Denker Wolf die philoſophiſchen Syſteme reformirten, ſchritt er in ſeinen Kenntniſſen vorwaͤrts, und ward einmal von dem Hanndoͤveriſchen Conſiſtorium zu einer weitlaͤufigen Unterſuchung und Verantwor⸗ tung gezogen, weil er einige originelle Lehrſaͤtze des Superintendenten in Ellrich, die damals bey den ſtrengen Orthodoxen großes Aufſehen erregten, freymuͤthig, doch nur muͤndlich beur⸗ theilt hatte.

Nach dem Antritte des Predigeramtes entfernte er ſich ſogleich von der Sitte der damaligen Kan⸗ zelredner, die in ihren kirchlichen Vortraͤgen mit griechiſchen und hebraͤiſchen Spruͤchen aus der Bibel in das Volk hineinwarfen, und damit das Anſehen großer Schriftgelehrter gewannen. Er befolgte eher die einfachen und ſchmuckloſen Vor⸗ traͤge von Spener, Franke, Mosheim und