320— der kalten Neugier oder der unbeſtimmten Bewun⸗ derung, womit ſie die glaͤnzenden Denkmale der Großen und der Helden betrachten. Sie verwei⸗ len bei dieſen wie bei den Graͤbern von Freunden und Bekannten, denn es beſteht in der That zwi⸗ ſchen dem Schriftſteller und dem Leſer eine Art von Gemeinſchaft. Andere Leute werden der Nach⸗ welt, nur durch die aähen bekannt, welche immer ſchwaͤcher und dunkler wird; dagegen bleibt die Verbindung zwiſchen dem Schriftſteller und ſei⸗ nen Zeitgenoſſen beſtaͤndig neu, lebendig und unmit⸗ telbar. Er hat fuͤr ſie mehr, als fuͤr ſich ſelbſt ge⸗ lebt; er hat die ihn umgebenden Genuͤſſe aufgeo⸗ pfert, und ſich den Ergetzlichkeiten des geſelligen Le⸗ bens entzogen, um deſto genauer ſich mit entfern⸗ ten Gemuͤthern und entfernten Zeiten zu befreun⸗ den. Wohl mag die Welt ſich ſeinen Ruhm angelegen ſeyn laſſen, denn er hat ihn nicht durch Gewaltſamkeiten und Blutvergießen, ſondern durch die ihr emſig bereiteten Genuͤſſe erworben. Wohl mag die Nachwelt gerecht gegen ſein An⸗ denken ſeyn, denn er hat ihr eine Erbſchaft hin⸗ terlaſſen, die nicht aus leeren Namen und hoch⸗ toͤnenden Thaten, ſondern aus ganzen Schaͤtzen von Weisheik, den hellfun lnd 17
er Sprache, beſteht.
e 1 Ede teinen der Gedan⸗


