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barn, wegen Streitigkeiten, die zwiſchen ihren Ur⸗ aͤltervaͤtern vorgefallen waren.
Der Freiherr hatte nur ein Kind, eine Tochter; die Natur aber, wenn ſie nur ein Kind ſchenkt, macht, zum Erſatze, ſtets ein Wunder daraus, und ſo war es auch bei des Freiherrn Tochter. Alle Ammen, Gevatterinnen und Muhmen gaben dem Vater die Verſicherung, ſie haͤtte ihres Gleichen an Schoͤnheit nicht in ganz Teutſchland, und Niemand wußte dieß ja beſſer. Sie war mit großer Sorgfalt unter der Aufſicht zweier jungfraͤulichen Tanten auf⸗ gewachſen, welche einige Jahre ihres Jugendlebens an ue teutſchen Hofe zugebracht hakten, und in allen zur Erziehung eines artigen Fraͤuleins noͤthigen Kenntniſſen wohl bewandert waren. Unter dieſer Leitung wurde das Fraͤulein zu einem Wunder von Vollkommenheiten. In ihrem achtzehnten Jahre konnte ſie herrlich ſticken, und hatte ganze Heiligen⸗ geſchichten in Teppiche gearbeitet, worin die Kopfe einen ſo kraͤftigen Ausdruck hatten, daß ſie ausſahen, wie lauter Seelen im Fegefeuer. Sie konnte ohne große Schwierigkeiten leſen, und hatte ſich durch meh⸗ re Heiligengeſchichten und faſt alle ritterlichen Wun⸗
der des Heldenbuches hindurch buchſtabirt. Selbſt
im Schreiben war ſie ziemlich weit gekommen, u konnte ihren Nahmen ſchreiben, ohne einen Buch
ben auszulaſſen, und ſo leſerlich, daß ihre Tanten
ihn ohne Brille leſen konnten. Sie machte vortreff⸗
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