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auf eine Zeitlang mitten in meinem hoͤchſten poe⸗ tiſchen Fluge zu hemmen.
Auch die gute Tante konnte nicht ruhig bleiben, ſondern wollte mich durchaus fuͤr ein Genie gehal⸗ ten wiſſen, und erhob meine Gedichte gegen Jeder⸗ mann bis zu den Wolken. So lange ſie dieß nur bei den Frauen geltend machte, ging es ganz gut, denn dieſe waren im Stande, Dichtungen aus der neuen romantiſchen Schule zu verſtehen und zu wuͤrdigen. Die gute Dame war aber nicht eher befriedigt, als bis ſie meine Verſe auch einem Dom⸗ herrn vorgeleſen hatte, der ſeit langer Zeit als der anerkannte Kritiker des Orts gegolten hatte. Dieß war ein magerer behender alter Herr, von mildem, feinem Betragen, der uͤber und uͤber in klaſſiſcher Gelehrſamkeit ſteckte, und nicht ſo leicht durch die gewaltige Poeſie der heutigen Zeit in Hitze zu brin⸗ gen war. Er hoͤrte meine kraͤftigſten Gedanken und gluͤhendſten Worte ohne die geringſte Bewegung an, ſchuͤttelte laͤchelnd den Kopf, und verurtheilte ſie als nicht nach horaziſchen Regeln gemacht, und mithin als keine rechtmaͤßige Poeſie.
Nehrere alte Damen, welche bis dahin meine Bewunderinnen geweſen waren, ſchuͤttelten, als ſie dieſen Ausſpruch hoͤrten, den Kopf. Es war unmoͤglich, Gedichte zu loben, die nicht nach hora⸗


