Bereich, wo alles eine poetiſche Farbe annehmen muß, herab und wandte meine Unterſuchungen den beſtaubten Bäͤnden der alten Jeſuiter⸗Bibliothek in der Univerſität zu. Dieſes einſt ſo berühmte Behältniß der Gelehrſam⸗ keit iſt jetzt ein bloßer Schatten ſeines frühern Selbſt, denn die Franzoſen beraubten die Bibliothek, als ſie Granada im Beſttz hatten, ihrer Handſchriften und ſel⸗ tenſten Druckwerke. Dennoch enthält ſie, unter vielen gewichtigen Streitſchriften der Jeſuiten, noch manches merkwürdige Werk der ſpaniſchen Literatur; vor allem aber eine Anzahl jener veralteten, ſtaubigen, in Perga⸗ ment gebundenen Chroniken, welche bei mir in beſonderer Achtung ſtehen.
In dieſer alten Bibliothek habe ich manche köſtliche Stunde ruhigen, ungeſtörten literariſchen Fouragirens hingebracht, denn die Schlüſſel zu den Thüren und Bü⸗ cherſchränken wurden mir freundlich anvertraut und ich allein gelaſſen, um nach meinem Belieben umher zu ſtö⸗ bern— ein ſeltenes Zugeſtändniß in dieſen Heiligthümern der Gelehrſamkeit, welche nur zu oft den Wißbegierigen bei dem Anblick verſtegelter Quellen des Wiſſens ſchmach⸗ ten laſſen.
Im Laufe dieſer Beſuche ſammelte ich folgende Ein⸗ zelnheiten in Betreff der fraglichen hiſtoriſchen Cha⸗ raktere.
Die Mauren von Granada betrachteten die Alham⸗ bra als ein Wunder der Kunſt und hatten eine Sage, der König, der ſie gebant, habe ſich mit Zauberei abge⸗ geben, oder ſey doch ein Alchymiſt geweſen, wodurch er in den Stand geſetzt worden wäre, ſich die unermeßlichen


