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köpfigen Mönchs aus dem nahen Franziskanerkloſter, welcher in der That der geiſtliche Tröſter der Häͤlfte der guten Weiber der Umgegend war. Er war außerdem in großer Achtung in verſchiedenen Nonnenklöſtern, wel⸗ che ihm ſeine geiſtlichen Dienſte durch häufige Geſchenke von jenen Leckereien und Spielereien, die in Klöſtern gemacht werden, belohnten, als da ſind köſtliches Einge⸗ machtes, Zuckerbrot und Flaſchen würziger Herzſtärkun⸗ gen, welche ſich nach Faſten und Wachen als treffliche Erquickung auswieſen.
Pater Simon gedieh in der Ausübung ſeiner Pflich⸗ ten. Sein öhliges Geſicht glänzte in dem Sonnen⸗ ſchein, wenn er ſich an einem heißen Tag den Hügel der Alhambra herauf arbeitete. Bei allen Annehmlichkeiten ſeiner Lage zeigte aber doch das knotige Seil um ſeinen Leib die Strenge der Zucht, die er gegen ſich ſelbſt übte; die Menge zog die Mützen vor ihm als einem Spiegel der Frömmigkeit, und ſelbſt die Hunde ſpürten den Ge⸗ ruch der Heiligkeit, welcher ſeiner Kutte entſtrömte und heulten aus ihren Löchern, wenn er vorüberging.
Dieſer Art war Pater Simon, der geiſtliche Rath⸗ geber des holdſeligen Weibes von Lope Sanchez; und da der Beichtvater der innigſte Vertraute der Frauen in Spanien iſt, ſo war er bald, im größten Geheimniß, mit der Geſchichte des verborgenen Schatzes bekannt.
Der Mönch ſperrte Mund und Augen auf und be⸗ kreuzte ſich zwölfmal bei dieſer Nachricht. Nach einer kur⸗ zen Pauſe ſagte er:„Tochter meiner Seele! Wiſſe, dein Mann hat eine doppelte Sünde begangen— eine Sünde gegen den Staat und die Kirche. Der Schatz, den er


