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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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einen fröhlicheren Ton an und ließ die Mädchen Boleros und Fantangos tanzen.

Wie die meiſten kleinen Leute hatte Lope Sanchez eine große dralle Dirne zur Fran, welche ihn faſt in ihre Taſche ſtecken konnte; allein das gewöhnliche Loos der Armen war ihm nicht zu Theil geworden— ſtatt zehn Kinder hatte er nur eines. Dies war ein kleines ſchwarz⸗ äugiges Mädchen von zwölf Jahren, Sanchica genannt, ſo luſtig wie er und die Freude ſeines Herzens. Sie ſpielte um ihn, wenn er in dem Garten arbeitete, tanzte zu den Tönen ſeiner Guitarre, wenn er im Schatten ſaß und lief ſy wild wie ein junges Reh in dem Ge⸗ büſch, den Alleen und den verfallenen Sälen der Al⸗ hambra umher.

Es war jetzt St. Johannis⸗Abend und die feiertag⸗ frohen Plaudermäuler der Alhambra, Maͤnner, Weiber und Kinder kamen mit der Nacht den Sonnenberg, der ſich über das Generalife erhebt, herauf, um auf dem abgeplatteten Gipfel ihre Mitte⸗Sommer⸗Nachtwache zu feiern. Es war eine glänzende Mondſcheinnacht und alle Berge waren gran und ſilbern, und die Stadt lag mit ihren Kuppeln und Kirchthürmen im Schatten drunten, und die Vega glich einem Feenland mit bezauberten Bächen, welche aus dem düſtern Laubwerk hervorglänz⸗ ten. Auf der höchſten Höhe des Berges zündeten ſie, nach einer alten Landesſitte, die ſich von den Mauren berſchrieb, Freudenfeuer an. Die Bewohner der umlie⸗ genden Gegend hielten eine ähnliche Nachtwache und auf der Vega und den Seiten der Berge entlang glaͤnzten da und dort Feuer blaß empor.